Plädoyer für die Sonne und den blauen Himmel
Wo sind der durchwegs blaue Himmel und die klare und strahlende Sonne geblieben?
Kennst Du das noch? Ob in der Badi oder in den Bergen. Wolkenlos und stahlblau vom frühen Morgen bis zum späten Abend? Die Berge, die Bäume und die Umgebung erscheint klar und mit intensiven Farben. Und das nicht nur einen Tag, sondern während einer ganzen Woche oder gar länger.
Wann hast Du solch einen durchgängig wunderschönen, klaren und intensiven Tag (ohne Wölkchen und sonstige «Himmelsverschmutzungen») das letzte Mal erlebt? Vor einem Jahr? Vor zwei Jahren? Vor fünf Jahren?
Erinnerst Du Dich noch, wie Du Dich an diesen Tag gefühlt hast? Frei, glücklich, verbunden mit Natur und Umwelt. Unternehmenslustig, voller Energie und Tatendrang?
Und wann hast Du das letzte Mal eine durchgängig stabile Schönwetterlage für mindestens eine Woche erlebt? Vor 5 Jahren, vor 10 Jahren?
Wann hatten wir das letzte Mal richtig Sommer? Mit lauen Sommernächten, draussen im Garten oder in der Gartenwirtschaft den Abend ausklingen lassen? Vor lauter Hitze nicht (ein)schlafen zu können? Um 6 Uhr morgens kurzarmig /-beinig in den warmen Frühsommermorgen hinausgehen? Ohne eine Jacke oder einen Regenschutz mitnehmen zu müssen? Nach der Arbeit zur Abkühlung ins kalte Wasser springen? Im Hintergrund noch immer der blaue Himmel? Frei, glücklich? Ferienstimmung inmitten des Alltags? Nicht nur an einzelnen Tagen, sondern einen grossen Teil des Sommers hindurch. Dann und wann ein langersehntes, kühlendes und reinigendes Gewitter? Riechst Du noch den reinen und frischen Geruch nach dem Gewitter?
Erinnerst Du Dich, wie Du als Kind die Flugzeuge am stahlblauen Himmel beobachtet hast?
Wie sich eine dünne, glänzende fast elegante Spur hinter den Flugzeugen zeichnete? Nicht bei allen Flugzeugen, aber bei viele. Oder vielleicht nahmen wir die Flugzeuge ohne Kondensstreifen auch gar nicht wahr? In der Schule hatten wir gelernt, dass die Kondensstreifenbildung etwas mit Flughöhe und Feuchtigkeit zu tun habe. Nach wenigen Minuten waren die Kondensstreifen verschwunden. Der Himmel tauchte wieder in tiefblau ein. Er war rein, wolkenlos, klar.
Freudig schien die Sonne vom Himmel. Die Strahlen angenehm warm, fast heilend. Ab und zu freundliche, flauschige, lebendige Wolken, wie Wattebäusche, auf die man sich kuscheln wollte. Weisse Wolken, die sich bewegten und fröhlich am blauen Himmel vorbeizogen. Wenn sie die Sonne kurz verdeckten, blieb die Luft warm und angenehm.
«Der blaue Himmel ist weg, stattdessen dominieren Kondensstreifen und künstlich anmutenden Wolken das Himmelsbild. Gräuliche Wolkengebilde, die sich kaum bewegen. Starr festkleben am Himmel. Die Temperatur eigenartig kühl werden lässt, wenn die Sonne hinter ihnen verschwindet. Eine komische Feuchtigkeit im Sommer.»
Und ist es doch einmal fast wolkenfrei, so gibt es Dunst und Nebel. Mitten im «Hochsommer» und schon wieder Saharastaub? Wochenlanger Wind, so stark wie früher vor einem Gewitter.
Die Menschen scheinen teilnahmsloser, apathischer als vor wenigen Jahren. Viele klagen über Müdigkeit, Antriebslosigkeit, ein Wehwehchen hier und da. Ständig ist etwas und das durch alle Altersstufen hindurch.
Fast wie in einem schlechten Film. Teilnahmslose Menschen in einem teilnahmslosen Wetter.
Wo sind der wolkenlose Himmel und die starke Sonne geblieben? Die uns Energie und Lebenslust gegeben haben? Die unsere Wehwehchen, Erkältung, Schmerzen haben wegziehen lassen? Wo sind die reinigen Gewitter nach tagelanger Sonne? Die frische Luft nach Blitz, Donner und prasselndem Regen?
Heute gibt es kaum blauer Himmel mehr. In der Regel sieht bereits frühmorgen Schleierwolken zu sehen. Oder Kondensstreifen, die wie geometrisches Muster über unserem Himmel ausgebracht werden und sich schliesslich in einen breiten Wolken-Schirm im Himmel aufspannen. Täglich erleben wir, wie aus strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel im Verlaufe von Stunden ein komisch bedeckter Himmel wird.
Warum geschieht das erst heute und warum nicht vor 20 Jahren? Zu diesem Zeitpunkt flogen doch mehr Flugzeuge als heute?
Liebe Sonne, lieber blauer Himmel
kommt doch zurück zu uns!
Für uns Menschen, unsere Pflanzen und unsere Tiere.